Rückblick: Literatürk 2010

Literatürk 2010: 6tes türkisch-deutsches Literaturfestival begeisterte die Literaturfreunde

Für das Festival Literatürk stellt Literatur eine Brücke dar, die die Verständigungen zwischen Menschen unterschiedlicher kultureller und sozialer Herkunft ermöglicht und dazu beitragen kann in einen Dialog zu treten.

Diesem Grundsatz folgend wurden an sechs Tagen insgesamt sechs Autoren-Lesungen, eine szenische Lesung mit musikalischer Begleitung, drei Schullesungen und eine Podiumsdiskussion an elf verschiedenen Orten in Essen mit insgesamt knapp 700 Besuchern und Besucherinnen veranstaltet. Zu den Veranstaltungsorten gehörten unter anderem die Buchhandlung Proust, das Hinterhaus Essen, die Stadtbibliothek Essen, das Kulturzentrum Grend, das Theater Freudenhaus und verschieden Schulen im Essener Stadtgebiet wie etwa die Erick Kästner Gesamtschule, die Gustav-Heinemann Gesamtschule und das Gymnasium Nord-Ost.

Die im Filmstudio Glückauf Haus geplante Eröffnung des Festivals mit dem türkischsprachigen Literaturstar Murathan Mungan musste aufgrund einer Erkrankung eines engen Angehörigen des Autors in letzter Sekunde abgesagt werden. In Puncto Krisenmanagement haben die Organisatoren in diesem Jahr einiges dazu gelernt. Glücklicherweise konnte der Ausfall der Lesung rechtzeitig kommuniziert und die offizielle Eröffnung um einen Tag verlegt werden.

Das Festival Literatürk wurde am 28. September mit dem türkischsprachigen Autoren Cemil Kavukcu erstmalig in der Buchhandlung Proust eröffnet. Der Autor hat Passagen aus seinem Roman „Gamba“ und aus seinem Erzählband „Die Träume eines Anderen“ gelesen. Die gut besuchte zweisprachige Lesung war für alle Beteiligten sehr zufriedenstellend. Auch die im letzten Jahr mit der Buchhandlung Proust begonnene Zusammenarbeit bleibt viel versprechend und wird in den kommenden Jahr weiter fortgesetzt.

Die Zusammensetzung des Publikums war bei diesen und den meisten anderen Veranstaltungen gemischt. So fanden sich neben dem klassischen Lesungspublikum und vielen Stammgästen auch Austauschstudenten aus der Türkei und vereinzelt auch Gäste aus anderen Städten wie Duisburg, Dortmund, Bochum, Gelsenkirchen und Düsseldorf. Die Möglichkeit zwischen gelesenen Textpassagen mit dem Autor ins Gespräch zu kommen wurde von den Zuhörerinnen und Zuhörern sowohl im Vorfeld als auch im Verlauf und in Anschluss an die Veranstaltungen intensiv genutzt.

Der Dortmunder Autor und Performer Murat Kayi hat mit seinem Soloprogramm Migrantenpop Schüler und Lehrer der Jahrgangsstufe neun in der Gustav-Heinemann Gesamtschule begeistert. Im Gegenzug haben die Schülerinnen und Schüler eigene Migrationsgeschichten und -erfahrungen verschriftlicht und dem Publikum vorgetragen. Bewegt von den Erzählungen der Schülerinnen und Schüler hat Murat Kayi versprochen wiederzukommen, mit neuen Texten über das Erlebte und die Schüler dazu ermutigt bis zum nächsten Mal weiter zu schreiben.

Die zweite Schullesung hat an der Erich Kästner Gesamtschule für die Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe fünf und sechs stattgefunden. Die Geschichten des 2002 verstorbenen türkisch-deutschen Schriftstellers und Fotografen Kemal Kurt wurde von dem aus Funk und Fernsehen bekannten Schauspieler Marco Sprinz gelesen. Die Lesung wurde von den Schülern mit viel Interesse und Neugier aufgenommen.

Die Podiumsdiskussion mit der in der Türkei umstrittenen Feministin und Soziologin Pinar Selek und dem in London lebenden Gender Experten Prof. Dr. Mustafa Özbilgin in der Zentralbibliothek Essen war für die Organisatoren eine besondere Herausforderung. Der in Berlin im Exil lebenden Schriftstellerin droht in der Türkei wegen Terrorverdachts eine lebenslange Haftstrafe und auch in Deutschland wurde sie schon bedroht und angefeindet. Bekannt geworden ist sie durch Recherchen und Arbeiten zu diskriminierten Gruppen wie Transsexuellen, Sexarbeiterinnen. Im Rahmen von Literatürk wurde ihr auf deutsch erschienenes Buch „Zum Mann gehätschelt. Zum Mann gedrillt. Männliche Identitäten“ vorgestellt. In diesem thematisiert sie die Rolle des Wehrdienstes bei der Ausbildung männlicher Identitätsvorstellungen am Beispiel junger Männer in der Türkei. Gemeinsam mit dem Verlag wurden besondere Vorkehrungen für die Sicherheit der Autorin und der Besucherinnen und Besucher getroffen. Entgegen der Erwartungen gab es keine Zwischenfälle. Alle Fragen konnten offen und gemeinsam diskutiert werden.

Gerade die zweisprachigen Lesungen werden immer öfter auch von traditionsverwurzelten Migrantinnen und Migranten besucht. Dies führen die Planer des Festivals zum einen auf das Konzept zweisprachiger Lesungen zurück und zum anderen darauf, dass es dem Literatürk-Festival gelingt eine Kultur der Anerkennung zu schaffen, die kulturelle Mehrheiten und Minderheiten gleichermaßen anspricht. Bemerkenswert in diesem Zusammenhang ist, dass auch brisante Themen jenseits von ideologischen Grenzen und Verstrickungen offen zur Sprache gebracht werden können.

Zum Anfang des Wochenendes hat die deutschsprachige Autorin und bekannte Journalistin und Autorin Hilal Sezgin die deutsch-türkische Terrorkomodie „Mihriban pfeifft auf Gott“ vorgestellt. Am Morgen den Schülerinnen und Schüler der Oberstufe des Gymnasium Nord-Ost und am Abend gemeinsam mit dem Moderatoren Murad Bayraktar den Besucherinnen und Besuchern im Kulturzentrum Grend e.V. In beiden Lesungen entwickelte sich eine lebhafte Diskussion über Terrorgefahr, Sinn und Unsinn der Gleichsetzung männlich, muslimisch, gewalttätig und über die Anerkennung muslimisches Lebens in Deutschland.

Deutsch-Türkisch ging es auch am Samstagnachmittag weiter. Die Kölner Autoren Ulrich Noller und Gök Senin haben im Rahmen einer Vorpremiere aus ihrem für November 2010 angekündigten gemeinsames Kriminalroman „Pelzer und Celik“ im Hinterhaus Essen gelesen. Pelzer und Celik sind ein deutsch-türkisches Ermittlerpaar, das aus beiden Erfahrungswelten schöpft, um einen kniffeligen Fall zu lösen.

Der Samstagabend gehörte dem deutschsprachigen Autor und Candide-Preisträger des Jahres 2010 Jan Faktor. Ebenfalls im Hinterhaus Essen las er aus seinem für den Deutschen Buchpreis nominierten Roman „Georgs Sorgen um die Vergangenheit oder im Reich des heiligen Hodensack-Bimbams von Prag“. Moderiert wurde die Lesung von der Germanistin und Literaturkritikerin Karin Yesilada. Die Zuschauerreaktionen reichten von frenetischem Beifall bis hin zu einem Zuschauer, der sich durch das Gelesene und
Gehörte in seiner Schamgrenze verletzt fühlte und seinem Unmut lautstark zum Ausdruck brachte.

Am vorletzten Festivaltag las die aus der Türkei angereiste Autorin Hatice Meryem im gut besuchten Tablo Restaurant aus ihrem Buch „Hauptsache ein Ehemann“. Die zweisprachige Veranstaltung wurde begleitet von der Übersetzerin Sabine Adatepe, die auch die Übersetzerin des genannten Buches ist. Neben „Pelzer & Celik“ war „Hauptsache ein Ehemann“ das zweite Buch, dass im Rahmen des diesjährigen Literatürk Festivals Deutschland-Premiere feierte.

Besonders erfreulich war für die Veranstalter, dass eine Gruppe von türkischen, muslimischen Frauen, die mit Pinar Selek, das Festival gestartet hatten auch an allen weiteren zweisprachigen Veranstaltungen teilgenommen und rege mit diskutiert haben.

Zum Abschluss des Festivals fand eine zweisprachige szenische Lesung mit musikalischer Begleitung im Theater Freudenhaus statt. Zur Einführung des Romans „Die Mieter des Herrn A.“ von Memduh Sevket Esendal (1952 gestorben) sprach die Übersetzerin und Verfasserin des Nachworts Monika Carbe. Gelesen haben die Schauspieler Patrick Joswig, Julia Holmes und Venus Hosseini, der freie Kulturschaffende Dogan Celik und Monika Carbe. Musikalisch begleitet wurde die Lesung durch zwei Musiker (Kontrabass,Tenorsaxophon) begleitet). Das Feedback des sehr gemischten Publikums war durchweg positiv. Die Zusammenarbeit mit den Beteiligten war sehr gut und wird in den kommenden Jahren ebenfalls fortgesetzt. Die szenische Lesung von der Robert Bosch Stiftung mitgefördert.

Als positiv werten die Organisatoren auch die Zusammenarbeit mit Funkhaus Europa, die zum ersten Mal in diesem Jahr als offizieller Medienpartner das Festival unterstützt haben. Die Zusammenarbeit wird ebenfalls in den nächsten Jahren weiter fortgesetzt.

Fazit:

Das Literatürk Festival hat es auch in seiner sechsten Auflage geschafft mit dem Medium Literatur Menschen verschiedenen Alters, Geschlecht und verschiedener Herkunft an unterschiedlichen Orten zusammenzubringen, Berührungsängste abzubauen und Diskurse demokratischer Zivilgesellschaften zu unterstützen. Vor allem im Internet und in den social-media-Foren sowie im WDR-Radio/Funkhaus Europa als Medienpartner, aber auch mit Unterstützung des Essener Kulturhauptstadtbüros fand Literatürk 2010 eine breite öffentliche Präsenz.



Team Literatürk
Fatma Uzun
Johannes Brackmann
Semra Uzun-Önder


Essen, November 2010


Download Programm Literatürk 2010
Gesamtprogramm2010-web.pdf
PDF-Dokument [7.7 MB]

Literatürk 2010: Die Autoren und Autorinnen

Murad Bayraktar
Murad Bayraktar verbrachte seine Kindheit in Deutschland und lebte danach zunächst in Istanbul bevor er wieder im Ruhrgebiet landete. In Istanbul und Bochum studierte er Anglistik, Politik und Soziologie. Zwischen 1997 und 2004 arbeitete er als freier Autor für den WDR, die Deutsche Welle und als stellvertretender Chefredakteur des Magazins „Türkis“. 2005 moderierte er zudem eine Fernsehserie für den türkischen Sender TRT-INT. Im selben Jahr erhielt er das John J. Mc Cloy Stipendium für Journalisten, welches er in Washington DC, New York und Kalifornien absolvierte. Aktuell ist er der Leiter der türkischen Redaktion, WDR Funkhaus Europa. Murad Bayraktar lebt in Köln. 

Karin Yeşilada wurde 1965 in Hanau geboren und ist Germanistin und Literaturkritikerin. Sie dozierte unter anderem an Universitäten in Marburg, München und Köln, aktuell hat sie einen Lehrauftrag an der Universität Paderborn inne. Von 1995 bis 2000 war sie an der Istanbuler Marmara Universität als Lektorin tätig. Karin Yeşilada veröffentlichte zahlreiche literaturtheoretische Artikel und promovierte zur „Poesie der dritten Sprache" - Die deutsch-türkische Migrationslyrik der zweiten Generation“. Als Moderatorin arbeitete sie unter anderem für den WDR/Funkhaus Europa und Radio Bremen. 

Murat Kayı
Murat Kayi wurde 1974 in Kamen geboren und lebt heute, als wahrscheinlich einziger evangelischer Türke weit und breit, in Dortmund. Er arbeitet als Autor, Musiker und Vorleser.
www.muratkayi.de

IN DER TÜRKEI EIN KULTAUTOR:
Der 1951 in Inegöl geborene Cemil Kavukçu ist ein Ausnahmeliterat. Mit einer dramatischen Tiefe erzählt er Geschichten, die für die Türkei so typisch sind, dass man während der Lektüre glaubt, dabei zu sein. In der Türkei ist er ein Kultautor, ein überaus geschickter Schriftsteller, der sein wahres Anliegen nicht vordergründig beschreibt. Er hat die Begabung, die Sprache der Menschen seines Umfeldes zu sprechen und sie in ihren Herzen zu berühren. Seine Erzählungen wurden ab 1981 in zahlreichen Literaturzeitschriften publiziert. Er wurde schnell zu einem Kultautor, der die Alltagssorgen der Menschen beleuchtet und tabuisierte Zusammenhänge aufdeckt. Gamba ist der erfolgreichste Roman des Autors, der vornehmlich als Meister von Kurzgeschichten gilt. Eine Auswahl seiner besten Erzählungen ist im Band
Die Träume eines Anderen 2007 erschienen.

Der Autor ist ursprunglich Ingenieur und Seismologe und arbeitete 15 Jahre auf einem Forschungsschiff. Dieser Beruf und der jahrelange Aufenthalt auf einem Schiff führten ihn nicht nur in eine technisch dominierte Arbeitswelt, sondern auch in ein Berufsleben, in dem Männer beinahe völlig unter sich sind. Ganz sicher haben diese Erfahrungen den Autor Kavukçu geprägt - davon zeugen viele seiner Erzählungen und sein Roman Gamba. Stark hat ihn auch die Atmosphäre von türkischen Provinzstädten beeindruckt: sie machte ihn zu einem stillen Rebellen, zu einem nicht angepassten Mann, der ungeschriebene Regel in Frage - und manchmal auch auf den Kopf - stellt, der die männlichen Hierarchien der türkischen Gesellschaft an den empfindlichsten Stellen demaskiert und anprangert, der auf die schwächsten Punkte dieser Hierarchien ein Licht wirft und ihre Unsinnigkeit vor Augen führt, der auch an den Tragbalken dieses überholten Wertesystems sägt.

Kemal Kurt
Kemal Kurt wurde 1947 in Çorlu geboren und ist 2002 in Berlin gestorben. Nach seinem Studium in der Türkei und in den USA verlagerte er 1975 seinen Lebensmittelpunkt nach Berlin. 1981 veröffentlichte er sein erstes Buch. Ab 1990 war er hauptberuflich schriftstellerisch tätig und erhielt internationale Auszeichnungen und Stipendien. 1995 erschien unter dem Titel „Wenn der Meddah kommt" sein erstes Kinderbuch. 

Pınar Selek
Pınar Selek wurde 1971 in Istanbul geboren und lebt zurzeit in Berlin. Sie ist Soziologin und Autorin und gilt in der Türkei als umstrittene Feministin. Bekannt geworden ist sie durch Recherchen und Arbeiten zu diskriminierten Gruppen wie Transsexuellen und Sexarbeiterinnen. 1998 geriet sie unter Terrorverdacht, von dem sie bereits zwei Mal freigesprochen wurde. Aktuell läuft in der Türkei ein erneutes Strafverfahren gegen sie. 

Prof. Mustafa Özbilgin
Mustafa Özbilgin wurde 1970 in der Türkei geboren und ist Professor für Personalwesen in London/Norwich. Seine Arbeitsschwerpunkte sind Verschiedenheit und Geschlecht in der Arbeitswelt.

http://www.ozbilgin.net

Hilal Sezgin wurde 1970 in Frankfurt am Main geboren und studierte Philosophie, Soziologie und Germanistik. Sie arbeitet als freie Journalistin und Autorin und verfasst u.a. Beiträge für die ZEIT, die Frankfurter Rundschau oder die taz. 1999 erschien ihr vielgelobter Debütroman „Der Tod des Maßschneiders“. Hilal Sezgin engagiert sich für die Rechte von Tieren und lebt auf einem Bauernhof in der Nähe von Lüneburg.

www.wix.com/hilalsezgin/hilalsezgin

Jan Faktor
Jan Faktor ist 1951 in Prag geboren. Nach einem abgebrochenen Studium der EDV und diversen Tätigkeiten als Programmierer in Osteuropa siedelte er 1978 zu seiner Frau nach Ostberlin über. Dort arbeitete er als Kindergärtner, Schlosser und Übersetzer. Bis 1989 engagierte er sich fast ausschließlich in der alternativen Literaturszene. 2005 erhielt er den Alfred-Döblin-Preis für seinen Roman „Schornstein.“

+++ JAN FAKTOR WURDE MIT DEM CANDIDE-PREIS DES JAHRES 2010 FÜR SEIN GESAMTWERK AUSGEZEICHNET UND IST FÜR DIE SHORTLIST DES DEUTSCHEN BUCHPREISES NOMINIERT +++

Ulrich Noller
Ulrich Noller wurde 1966 geboren. Er arbeitet als Journalist und Autor für Printmedien und
öffentlich-rechtliche Sender, vorzugsweise für den WDR. Er ist Literaturexperte des Funkhaus Europas und hat die SKI erfunden. 

Gök Senin
Gök Senin wurde ebenfalls 1966 geboren. Er arbeitet als Journalist und lebt mit seiner deutsch- türkischen Familie in Köln. „Çelik & Pelzer“ ist sein erster Kriminalroman.

Auf dem Foto (re) zusammen mit Ulrich Noller (li)

Hatice Meryem
Hatice Meryem wurde 1968 in Istanbul geboren wo sie heute noch lebt und arbeitet. Sie ist langjährige Herausgeberin einer türkischen Satirezeitung und bekannt für ihre scharfe Beobachtungsgabe, ihre Liebe zum Detail und ihren treffsicheren Witz. „Hauptsache ein Ehemann“ ist in der Türkei bereits in der 8.Auflage erschienen.

Premiere Buchprojekt
"Zwischen meinen Welten unterwegs "
Premierenlesung mit jungen Autoren und Autorinnen

Im Rahmen eines Schreibwettbewerbs, den das Kulturzentrum Grend gemeinsam mit dem Geest-Verlag in Vechta durchgeführt hat, haben Kinder und Jugendliche zwischen 10 und 20 Jahren aus dem Ruhrgebiet in diesem Jahr Texte zum Thema "Zwischen meinen Welten unterwegs" geschrieben. Die interessantesten Texte sind jetzt in einem Buch veröffentlicht worden. Dieses Ereignis wollen wir mit einer Premierenlesung feiern, bei der einige der jungen Autorinnen und Autoren ihre Texte vorstellen werden. Dazu laden wir herzlich ein!

Dienstag, 13. Dezember 2011, 17.30 – 19 Uhr
VHS Essen, großer Saal
Eintritt frei

Das Buch- und Schreibprojekt ist ein Projekt des Kulturzentrum Grend und des Geest-Verlag in Vechta in Zusammenarbeit mit dem Festival „Literatürk“. Weitere Informationen auch unter: www.ruhrlesebuch.de
www.ruhrlesebuch.de
Sprinz

Marco Sprinz wurde am 18.04.1970 in Haltern am See geboren. Schon während seines Lehramtstudiums war er in Münster als Schauspieler und Sänger aktiv. Im Jahre 2000 beendete er in Köln seine Schauspielausbildung und wirkte seitdem in zahlreichen Theaterproduktionen mit. U.a. in dem Jugendtheaterstück "Wilder Panther, Keks", welches für den Kölner Theaterpreis NRW und den Theaterpreis NRW nominiert wurde. Aktuell ist Marco Sprinz in dem Stück "Das Wüten der ganzen Welt" im FWT in Köln auf der Bühne zu sehen, welches 2008 mit dem Kölner Theaterpreis ausgezeichnet wurde. Vielen jüngeren Fernsehzuschauern dürfte er aus der Serie "Unter Uns" bekannt sein, in welcher er seit 2004 die Rolle des "Koch Richie "verkörpert. Neben bei widmet Marco Sprinz sich wieder dem Gesang und arbeitet zurzeit mit der Pianistin Fabia Bertram an einem Songprojekt.

Esendal (1883-1952)
Memduh Şevket Esendal (1883-1952)
Memduh Şevket Esendal wurde 1883 in Çorlu geboren. Er war Autodidakt und wirkte in der jungtürkischen und republikanischen Zeit in parteipolitischen Ämtern, als Journalist und Diplomat. Er war eine eigenwillige, unbestechliche Persönlichkeit und galt in der Literaturszene als Außenseiter. Als Esendal 1952 starb, hinterließ er ein Werk von drei Romanen und vielen Erzählungen, in denen er den Alltag in der Republik realistisch und in klarer Prosa schilderte.

Schauspielerin

Die in Teheran geborene deutsch-iranische Schauspielerin hatte seit dem Abschluss ihres Schauspielstudiums unterschiedlichste Engagements, u.a. am Schauspielhaus Düsseldorf am Staatstheater Braunschweig und an der Westfälischen Landesbühne. Zudem ist sie regelmäßig in den Produktionen von artscenico–performingarts zu sehen. Sie arbeitet im Bereich Film und Fernsehen und ist als Sprecherin für Rundfunk und Hörspiele tätig. Gastspiele führten Sie in die Schweiz, Polen, Österreich und nach Tschechien. Zudem erarbeitet sie regelmäßig Programme für Lesungen, die sie vorwiegend in den Städten des Ruhrgebiets präsentiert.

Julia Holmes
Julia Holmes wurde in Hamburg geboren. Ihr Vater Roger Holmes ist Konzertpianist; ihre Mutter Klavierlehrerin. Als Kind wirkte Julia Holmes bereits im Zirkus mit, lernte Klavier und Geige und fing mit 16 Jahren an Gesangsunterricht zu nehmen.
Sie studierte Schauspiel an der Folkwang Universität der Künste in Essen und war bereits an vielen verschiedenen Theatern im deutschsprachigen Raum engagiert. Zurzeit arbeitet sie mit dem Regisseur Rolf Dennemann und der Gruppe Artscenico zusammen. Im nächsten Jahr wird sie zusammen mit den Tänzerinnen Lisa und Laura Quarg eine erste eigene Arbeit zeigen. Darüber hinaus arbeitet Julia Holmes gerade an einer Solo-Gesangsshow und leitet seit kurzem die „Folkwang Agentur“, die Künstleragentur der Folkwang Universität der Künste.

Näheres unter: www.juliaholmes.de 

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