Literatürk 2013 stand unter dem Motto "Stadtgeschichten"

In diesem Jahr fand das weit über das Ruhrgebiet bekannte türkisch-deutsche Literaturfestival „Literatürk“ vom 1. - 9. Oktober 2013 zum 9. Mal in Folge statt. In programmatischer Leitung von Semra Uzun-Önder, Fatma Uzun und Cem Şentürk und in Trägerschaft des Kulturzentrums Grend e.V. wurde das Festival hinsichtlich der Besucherzahlen und der Resonanz ein großer Erfolg und überstieg alle Erwartungen. Die neunte Auflage des Literatürk Festivals stand auch in diesem Jahr unter der Schirmherrschaft der Generalkonsulin der Republik Türkei in Essen. Mit dem Schwerpunktthema „Stadtgeschichten“ lag der Fokus des Festivalprogramms auf der Frage, welche Gedanken mit dem Begriff „Stadt“ assoziiert werden und wie sich das Stadtleben auf eine Gesellschaft bzw. auf den Einzelnen auswirken kann.

 

Einem bunt gemischten Publikum, dass aus ganz Nordrhein Westfalen, Frankfurt, Hamburg, Berlin und Amsterdam das Festival besuchte, wurden in Essen, Gelsenkirchen, Herne und Dortmund mehrsprachige Lesungen sowie Film-, Theater- und Musikbeiträge geboten. Das inhaltliche Spektrum der insgesamt sechszehn Veranstaltungen reichte von persönlichen Betrachtungen über zwischenmenschliche Verständigungsprozesse bis hin zu konkreten Stadtbeschreibungen der renommierten Schriftsteller und Künstler, wie Murathan Mungan, Can Dündar, Olaf Sundermeyer, Mirza Odabasi, Janin Roeder, Alper Canigüz, Murat Gülsoy, Tanıl Bora, Lütfiye Güzel, Gerrit Wustmann u.v.m.

 

 

Buchprojekt/Ruhrlesebuch 2013

Im November findet die Premierenlesung des 9ten Schulbuchprojektes „Dann öffnete sich mir eine Tür“ statt. Aus ca. 250 Einsendungen von Texten von Schüler, Kindern und Jugendlichen zwischen 10 und 20 Jahren wird eine Auswahl nun in einem neuen Buchband veröffentlicht. Zur Premierenlesung in der VHS Essen werden ca. 300 Gäste erwartet. Das Buchprojekt wird in Kooperation mit zahlreichen Partnern vom Geest-Verlag in Vechta in herausgegeben. Träger des Buchprojektes ist der Kulturzentrum Grend e.V.

 

Besonders hervorzuheben ist auch in diesem Jahr die intensivierte Zusammenarbeit mit dem Kooperationspartner, dem Zentrum für Türkeistudien und Integrationsforschung, das das Festival Literatürk tatkräftig unterstützt hat. Zudem konnte das Festival Kooperationspartner in Gelsenkirchen, Herne und Dortmund gewinnen, die an einer weiteren Zusammenarbeit Interesse bekundeten.

 

FAZIT

Insgesamt verzeichnet das Festival Literatürk im neunten Jahr seines Bestehens hervorragende Besucherzahlen, eine breite mediale Resonanz vor allem in den neuen (online) Medien. Berichte über das Festival wurden im TV, aber auch durchgehend in allen namhaften türkischen Zeitungen und Zeitschriften veröffentlicht. Nachweis eines gesteigerten Interesse am Festival Literatürk sind auch die hervorragenden Besucherzahlen auf der Homepage des Festivals, die seit dem Relaunch der Seite im September 2012 fast 67.000 Besuchern hatte. Die Analysedaten der Homepagezugriffe zeigen, dass nicht nur bundesweit auf die Homepage und das Programm des Literatürk Festivals zugegriffen wird. Die sozialen Netzwerke ermöglichen zudem auch die Kommunikation über den Globus hinweg und fördern das Interesse an dem Festival. Kooperationsanfragen aus verschiedene Bundesländern und der Türkei zeugen davon, dass das Literatürk Festival eine feste Größe in der Kulturlandschaft darstellt.

 

 

 

Autoren / Künstler Literatürk 2013

Murathan Mungan

wurde 1955 in Istanbul geboren und wuchs in Mardin im Südosten der Türkei auf. Er gehört zu den bekanntesten zeitgenössischen Autoren der Türkei und zählt zu den meist gelesenen Autoren der jüngeren Generation. Mungan schöpft aus einem reichen Literaturgut; er verwertet Stoffe aus Liedern, Sagen, Märchen und Mythologien der Kurden, Araber und Türken. Daneben hat Murathan Mungan auch Hörspiele, Drehbücher und Theaterstücke verfasst. Mungan ist einer der wenigen Künstler/Autoren in der Türkei, die sich offen dazu bekennen, schwul zu sein.

 

Foto: Muhsin Akgün

Can Dündar

ist einer der renommiertesten Journalisten der Türkei und ein ausgezeichneter Autor und Filmemacher. 1961 in Ankara geboren, studierte er Politik und Journalistik an der Universität Ankara. Bereits während seines Studiums arbeitete er für zahlreiche Zeitungen des Landes. Er absolvierte die „London School of Journalism“, promovierte im Fach Politik und arbeitete anschließend unter anderem als Fernsehjournalist und Dokumentarfilmer. Er fördert und dreht sozial- und gesellschaftskritische Dokumentarfilme und hat zahlreiche Bücher veröffentlicht.




 



 

 

Murat Gülsoy

(*1967) ist ein hochkarätiger türkischer Literat der jüngeren Generation und sieht sich - sehr zu Recht - in der Tradition der Weltliteratur eingebunden. Natürlich ist für ihn auch die beste türkische Literatur Vorbild. Seine Erzählungen sind literarische Abenteuer im besten Sinne des Wortes, sie sind einerseits so unterhaltsam, dass man sie nicht aus der Hand legen mag, anderseits sind sie Meilensteine einer universalen literarischen Suche, die sich selbst ebenso hinterfragt wie die Fabulier- und Leselust der Menschheit.

 

Alper Canıgüz

1969 in Istanbul geboren, studierte an der Boğaziçi Universität Pyschologie. Im Jahr 2000 schockte Canıgüz mit seinem ersten Roman “Tatlı Rüyalar / psiko-absürt romantik komedi” die Öffentlichkeit. Der außergewöhnliche Humor, der intelligente Aufbau der Geschichte und die flüssige Erzählweise des Debütromans überraschte positiv. Sein zweiter Roman Söhne und siechende Seelen (Originaltitel Oğullar ve Rencide Ruhlar), ein psychoanlaytischer Krimi, erzeugte ebenfalls sehr viel Aufmerksamkeit in der Türkei und erreichte innerhalb kürzester Zeit Kultstatus.

Gülten Akin

geboren 1933 in Yozgat, ist eine wegweisende Dichterin für die zeitgenössische Literatur der Türkei. Sie studierte Jura und hat viele Jahre als Anwältin und Lehrerin, sowie als Literaturkritikerin und Essayistin gearbeitet. Sie ist Gründerin und Leiterin einer Menschenrechtsorganisation. Das Schreiben von Poesie ist für sie gleichbedeutend mit der Wahrnehmung von sozialer Verantwortung. Im Verlauf der letzten 50 Jahre hat Gülten Akin die wichtigen Themen einer traditionellen, patriarchalischen Gesellschaft aus weiblicher Perspektive dargestellt. Ihre Lyrik beschäftigt sich mit Fragen der Gleichberechtigung, mit Gerechtigkeit, mit Liebe und wendet sich den Unterprivilegierten der Gesellschaft zu.

 

Janin Roeder

Die Schauspielerin und Sängerin bewegt sich als Folkwangabsolventin zwischen den Sparten. Nach dem Studium in Essen war sie an verschiedenen Theatern in Deutschland – Schauspiel Essen, Theater Gießen, Theater Konstanz, Theater Münster, Schauspielhaus Düsseldorf, Oper Bonn u.a. engagiert und präsentierte immer wieder Soloprogramme. Mit dem 1998 mit Adriana Kocijan gegründeten freien Ensemble Cantadoras gibt es einen regelmäßigen Austausch mit anderen Künstlern und Sparten. Es wurden Produktionen sowohl regional als auch international präsentiert und bei diversen Festivals eingeladen. Zwei Ihrer Produktionen erhielten einen Theaterpreis. Desweiteren ist sie seit 2002 Lehrbeauftragte der Schauspielabteilung/ Folkwang Universität der Künste für das Fach Stimmbildung. Hörspielproduktionen beim WDR als auch SWR, wie auch eine Anzahl von Lesungen gehören zu dem weitläufigen künstlerischen Arbeitsfeld.

Mirza Odabaşı

geboren 1988 in Remscheid, ist ein junger Filmemacher aus Düsseldorf. Der Dokumentarfilm 93/13 ist eine Eigenproduktion (Kamera, Regie, Schnitt & Filmmusik: Mirza Odabaşı) und wurde aus eigenen Mitteln finanziert. "

Olaf Sundermeyer

ist Publizist und für verschiedene Medien (F.A.Z./SPIEGEL/ARD) tätig. In seinem aktuellen Buch „Rechter Terror in Deutschland – Eine Geschichte der Gewalt“ liefert er eine Anatomie des Phänomens und seziert es anhand zahlreicher Fallbeispiele, die von den 1970er Jahren über die Nachwendezeit in Ostdeutschland, den Terror des NSU - bis in unsere Tage führt.

Lütfiye Güzel

wurde in Duisburg geboren, lebt dort und dichtet auf den Spuren des rotzigen Social Beat über das Grauingrau deutscher Alltagsrealität im Ruhrpott, spannt dabei zugleich west-östliche Lyrikfäden und besticht mit tiefschwarzem Humor und abgeklärtem Zynismus. 2012 erschien ihr Debüt „herzterroristin“ und wenig später ihr zweites Buch mit dem hintersinnigen Titel

„Let’s go Güzel!“

Gerrit Wustmann,

Der Kölner Lyriker wurde 2012 mit dem postpoetry.NRW-Preis ausgezeichnet und legte mit „Istanbul Bootleg“ den zweiten Band seines deutsch-türkischen Lyrikzyklus vor. „Istanbul Bootleg“ ist ein lyrischer Trip durch die Millionenstadt am Bosporus, eine Liebeserklärung, die auch die dunklen Seiten nicht auslässt; eine Spurensuche, die in der jahrhundertealten Geschichte den Stimmen der Dichter und den leisen Zwischentönen des Alltäglichen lauscht.

Christian Scholze

geboren in Witten, aufgewachsen in Sprockhövel mit starker Ausrichtung zum Ruhrgebiet. Seit 1995 zahlreiche Regiearbeiten u.a. mit Produktionen von Brecht, Shakespeare, Sophokles, Zaimoglu, Miller, O’Neill, Dürrenmatt, Dostojewskij usw.
Seit 2005 leitender Dramaturg des Abendtheaters und Regisseur am Westfälischen Landestheater Castrop-Rauxel. Seit 2003 Lehrbeauftragter der Germanistik an der Universität Duisburg-Essen, Campus Essen, Leiter des Universitätstheaters. Künstlerische Schwerpunkte in den Bereichen Klassiker, Romanadaptionen und Migration.

Benjamin Stein

spielt Instrumente und Musik aus dem Orient, wie Santur und Tar aus dem Iran, Robab aus Afghanistan, türkische Bağlama, kurdische Tambur und Oud. Dabei bewegt er sich durch ein traditionelles Repertoire, aber lässt auch durch Improvisationen neue Klänge ertönen.

 

Melek Topaloğlu

geboren in der Türkei und seit Ihrem fünften Lenbensjahr in Deutschland, ist Erziehungwissenschaftlerin. Seit 2007 singt Sie in verschiedenen Chören und hat seit dieser Zeit mehrere Auftritte als Chorsängerin, sowie als Solokünstlerin gehabt. Neben der türkischen Kunstmusik, inspirieren Sie die türksiche Volksmusik sowie die zeitgenössiche türkische Musik.

Ihr Motto lautet: „Singen ist Balsam für die Seele“

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